Am meisten Angst beim Schreiben macht mir die Wand, vor der ich meist ganz plötzlich stehe: Ich fange an, ich gehe fort, und es baut sich vor mir eine Mauer aus unendlich dicken Zweifeln auf – oder müsste es heißen: Diese Mauer war schon immer da, anfangs noch klein, und mit jedem Mal, das ich sie nicht überquert habe, hat jemand mir nicht wohl Gesonnenes diese Mauer verdickt und erhöht. Und dahinter liegen unberührt (aber wahrscheinlich gar nicht so friedlich) die Ideen und Wörter, die ich brauche. Es gilt jetzt: Die Mauer abzubauen; ich werde mit aller Vorsicht jeden Ziegel einzeln entfernen müssen und davon nicht ablassen – so lange, bis sich all die Orte auftun, an die ich nicht zu reisen wage, – bis ich all den Hüllen begegne, die ich anfüllen kann mit klugem Leben und leiser Trauer. Es sollen sich Felder auftun so unendlich weit wie meine Mauer noch dick ist. Und irgendwann werden sich auch darüber die Dinge ausgießen – und ich werde endlich, endlich wieder aus meiner Haut können.